PRINCE2 – Version 2005

PRINCE2 – 2005

PRINCE2 ist der Name einer Projektmanagement-Methode aus Großbritannien, die sich als ein sehr flexibles und skalierbares Modell entpuppt hat und mittlerweile weit über die Grenzen Großbritanniens hinaus eingesetzt wird. PRINCE2 geht als Basis seiner Herangehensweise davon aus, dass ein Projekt zu jedem Zeitpunkt eine geschäftliche Rechtfertigung – einen Business Case – besitzt. Damit soll sichergestellt werden, dass ein Projekt nur dann durch- und weitergeführt wird, wenn sich daraus ein Nutzen für das Geschäftsgebiet ergibt.

Prozessdarstellung - PRINCE2 Version 2005

Die Prozesse und Managementkomponenten sind bei PRINCE2 unabhängig von Branchen und Projekttypen definiert. Das Prozessmodell beschreibt die Schnittstelle zwischen Unternehmensführung und Projektmanagement. PRINCE2 gibt dabei nur den übergeordneten Handlungs- und Entscheidungsrahmen vor. Dies ist auch der Grund, warum PRINCE2 vielerorts als Projektmanagement-Framework bezeichnet wird, obwohl PRINCE2 weit mehr vorgibt als ein Gerüst, das mit Leben gefüllt werden muss. So sind neben den Projektphasen, Rollen und Verantwortlichkeiten, Plänen, Dokumenten, Protokollen und Strukturvorgaben weitere Informationen als Vorgabe vorhanden.

Neben der Projektorganisation befasst sich PRINCE2 mit den weiteren Managementkomponenten “Business Case”, “Pläne”, “Überwachung/Steuerung”, “Risikomanagement”, “Qualitätsmanagement”, “Konfigurationsmanagement” und “Änderungsmanagement”. Die verwendeten Techniken sind als Arbeitstechniken zu verstehen, die im Projektverlauf zum Einsatz kommen. Dies bezieht sich auf die produktbasierte Planung, Änderungssteuerungstechnik und Qualitätsprüfungen.

PRINCE2 liefert Projekte mit kontrolliertem Start, Begleitung und kontrolliertem Abschluss, einem Fokus auf geschäftliche Rechtfertigungen und Risiken und einer definierten Organisationsstruktur. Diese Aspekte bieten flexible Entscheidungsmöglichkeiten sowie regelmäßige und effektive Fortschrittskontrollen. PRINCE2 verwendet dabei das Prinzip “Management by Exception”. Das Management wird zwar stets über den Projektstatus informiert, Sitzungen finden jedoch nur statt, wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen oder eine gravierende Planabweichung einer Entscheidung des Lenkungsausschusses bedarf.

Die Merkmale im Überblick lauten:
• Die Methode ist prozessorientiert.
• Jedes Projekt bedarf einer wirtschaftlichen Rechtfertigung, die laufend überprüft wird, um Ressourcen sinnvoll einzusetzen.
• Eine skalierbare Organisationsstruktur mit allen Interessensvertretern kann für unterschiedliche Projekte verwendet werden.
• Ein großer Vorteil der Methode ist die produktbasierte Planung.
• Die Methode betont die Aufteilung von Projekten in beherrschbare und kontrollierbare Phasen.
• Die Methode ist flexibel und kann in jeder Umgebung für jeden Projekttyp angewandt werden.

Beispiel-Prüfungsfragen für die ehemalige Practitioner Zertifizierung in Klausurform finden Sie hier.