PRINCE2 – Version 2009
PRINCE2 – 2009
Seit dem 16. Juni 2009 gibt es eine neue Version der Projekt-Managementmethode PRINCE2. Die Version 2009 löst die Version aus dem Jahre 2005 ab und bringt eine Reihe von Veränderungen mit sich, die nicht nur mit der Anforderung nach einer allgemeinen Überarbeitung und Modernisierung im Zusammenhang stehen.
Das britische Office of Government Commerce (OGC) hat diesen Forderungen Rechnung getragen und zudem dafür gesorgt, dass PRINCE2 – Version 2009 inhaltlich und begrifflich an die anderen Methoden aus dem gleichen Haus wie z. B. MSP (Managing Successful Programmes) oder P3O (Portfolio, Programme and Project Offices) angelehnt werden. Ä
hnliches geschah auch bereits durch die Überarbeitung der IT Infrastructure Library (ITIL), die als ITIL V3 als Bibliothek zahlreiche andere Methoden und Frameworks adaptiert hat.
7 Prozesse, 7 Prinzipien und 7 Schlüsselthemen
Von der Methodik her lässt sich die neue PRINCE2-Version zusammenfassen unter dem Motto: 7 Prozesse, 7 Prinzipien und 7 Schlüsselthemen.
Vormals gab es in der Version 2005 8 Prozesse mit den jeweiligen Subprozessen, 8 Komponenten und 3 Techniken.
Diese Techniken der alten Version werden nun unter dem Begriff der “Komponenten” geführt.
Von den vormals 3 Techniken sind in der Version 2009 nur noch 2 Techniken übrig geblieben, die in den jeweiligen Aktivitäten (=Subprozessen) Anwendung finden und nicht mehr explizit aufgeführt werden (Product Based Planning. Quality Review Technique).
Die 7 Schlüsselthemen lauten:
– Business Case
– Organisation
– Qualität/Quality in Project
– Pläne/Plans
– Risiken/Risiks
– Änderungen/Issues and Changes
– Fortschritt/Progress (früher Steuerung)
Die Komponente “Konfigurationsmanagement” aus der Version 2005 wird nun unter “Änderungen” geführt.
Die Anzahl der Managementprodukte wurde von 36 auf 26 reduziert und deren Verwendung durch zusätzliche Beschreibungen erleichtert.
Im Bereich der Prozesse und Subprozesse ist der explizite Planungsprozess aus der Liste der Prozesse verschwunden. Das Thema Planung, das weiterhin bedeutsam bleibt, ist im Schlüsselthema “Pläne” aufgegangen.
Die Subprozesse als einzelne Bestandteile der jeweiligen Prozesse wurden durch Aktivitäten ersetzt.
Die PRINCE2-Glaubenssätze, die bereits in der Version 2005 einen festen Platz gefunden hatten, wurden zu 7 Prinzipien ausgebaut, um ihnen mehr Gewicht zu verschaffen:
– Wirtschaftliche Rechtfertigung/Business Justification – ohne (wirtschaftliche) Begründung kein Projekt
– Lernen aus Erfahrungen/Learning lessons
– Rollen und Verantwortlichkeiten/Roles & Responsibilities – klare Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche
– Führen durch Managementphasen/Managed by stages – klare Phasen erleichtern das Hervorbeingn von Projektergbnissen
– Führen nach dem Ausnahmeprinzip/Manage by Exception
– Produktorientierung/Product Focus – Ergebnisse der Projektarbeit als Produkte (produktbasiert, nicht aktivitätsbezogen)
– Anpassbarkeit/Scaling and tailoring – auch um einem “Zuviel” an Dokumenten um der Dokumente willen zu entgehen